What is the chief end of man? Man’s chief end is to glorify God, and to enjoy him forever. Wie die Antwort auf die erste Frage im Heidelberger Katechismus von 1563 von Generationen auswendig gelernt worden ist, so auch die Antwort auf die erste Frage im Westminster Shorter Catechism von 1647: Was ist das höchste Ziel des Menschen? Das höchste Ziel des Menschen ist, Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen.

Die Frage nach Sinn und Zweck menschlichen Lebens wird mit glory für Gott und joy für den Menschen beantwortet. Glanz und Gloria, die in Zeiten der Monarchie vom Adel für sich beansprucht werden, kommen im Bekenntnis ideologiekritischer Christinnen und Christen allein Gott zu: Er ist König (Ps 95–99). Freude und Genuss, die in Zeiten des Puritanismus verworfen werden, sind im Bekenntnis religionskritischer Christinnen und Christen erlaubt. Aber der Mensch ist gottgerichtet. Geniessen folgt auf Danken. Leben und seine Arbeit sind kein Selbstzweck und haben ihr Ziel nicht in sich selbst. Sein Ende trägt keiner in sich, weder als schicksalhaften Tod noch als selbstverdientes Leben. Das Ende menschlichen Lebens liegt bei Gott, der es einst gegeben hat.

So liegt auch während des Lebens das Ziel unseres Tuns weder in der Arbeit, die ein Mensch verrichtet, als wäre er nur der Sklave seines Tuns, noch beim Mensch, der die Arbeit tut, als wäre sie nur das Mittel seiner Bereicherung. Arbeit ist Gottesdienst im Alltag. In ihr entfaltet der Mensch seine Begabungen, mit denen sein Schöpfer ihn begabt hat. Im Erfolg seiner Begabungen dankt der Mensch seinem Schöpfer, derart begabt zu sein: die dankbare Rückführung der Früchte an den Geber des Samens. Im soli deo gloria, dem letzten der fünf reformatorischen sola, kommt es zur Bündelung: Solo Christo bin ich befreit und versöhnt, sola fide komme ich in den Genuss dieses Glücks, sola gratia kann ich trotz meiner Gottferne gottgerichtet leben, sola scriptura weiss ich davon – alles zur Ehre Gottes.

In reformiert geprägten Städten begegnet die Formel aussen auf Hauswänden und innen an Kirchenwänden. Buchdrucker nehmen sie in ihr Markenzeichen auf und Private in ihr Ex Libris. Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel unterschreiben ihre kirchenmusikalischen Partituren mit S. D. G. Im reformiert geprägten Staat Südafrika trägt ausgerechnet der Rand, das Zahlungsmittel, über Jahrzehnte dieses Motto.

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